KFS.AUDIO

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KFS#4: Manche wollen Meckern

Eigentlich läufts in den Kommunen! Abgesehen vom Haushalt halt...

21.06.2026 25 min

Zusammenfassung & Show Notes

Die Hauptsatzung in sächsischen Kommunen – Frisch aus der Druckerei – Aktuelles und Wissenswertes – Heute schon an ÜberÜbermorgen denken

Liebe Freund:innen des KFS,
willkommen zur neuen Ausgabe von KFS.Audio!

== Shownotes ==

DKF#12

Hauptsatzung der sächsischen Kommunen

Aktionstag Kommunen am Limit

Kommunalpanel Finanzlage

Klimaschutz als Chance

Wahrnehmung der Daseinsvorsorge
- Tipp: Broschüre »Daseinsvorsorge und Rekommunalisierung« → https://www.rosalux.de/publikation/id/45138?cHash=cbd66f847c402da31668a9a33cfa921f

Broschüre nukleare Sicherheit

Bevölkerungsvorausberechnung Sachsen

Beteiligungsleitfaden Wärmeplanung
- Tipp: Michael Neuhaus bei uns über kommunale Wärmeplanung → https://kommunalpolitik.info/aktuelles/nachricht/im-fokus-kommunale-waermeplanung-1184.html

Du willst Mitglied im Gemeinderat, Bürgermeisterin und Landrätin werden? Melde dich gern:
Tel.: 0371 69575405
Mail: kontakt@kommunalpolitik.info

== Feedback ==
Du hast eine Themenidee? Fragen, Lob oder Kritik?
Wir freuen uns über dein Feedback und erwähnen es gern in der nächsten Folge. Also schreib uns eine Mail kontakt[at]kommunalpolitik.info, oder nutze das Feedback-Formular auf der Episoden-Seite. 

Viele Grüße aus Chemnitz
Konrad und Livia vom KFS

Transkript

Guten Morgen, Konrad. Guten Morgen, Livia. Ja, endlich nicht nur Krise, sondern auch schleppen. Ja, genau. Wir haben gestern und die neue Ausgabe unserer Zeitschaft aus der Druckerei geholt. So eine Restauflage von der Druckerei in ein Büro schleppen, bin mir nicht ganz sicher, ob das in meiner Arbeitsplatzbeschreibung steht. Aber ich freue mich, dass das Heft da ist. Damit willkommen zu KFS Audio Nummer 26.4, dem Podcast des Kommunalpolitischen Forums Sachsens. Wir sprechen über aktuelle kommunalpolitische Themen und haben auch immer einen kleinen Fokus und ganz viel Frisches aus der Ziedlenstraße, wo wir sitzen. Vor allem endlich das neue Kommunalforum, unsere Zeitschrift in der 12. Ausgabe zum Thema krisenfeste Kommune. Ja, das ist ein Thema, das gerade weit oben aufliegt. Da haben wir auch in der Recherche zu dem Heft bemerkt, dass die Kommunen sich bürbar darauf einstellen, dass Zeiten andere geworden sind. Und halt auch schauen, wie sind wir denn eigentlich auf diverse Krisen vorbereitet. Und nicht nur das Augenmerkliche, wie Diskussionen um zum Beispiel O-Plan und Zivilschatz zeigen, sondern auch, wir haben Sommer. Es wird wieder trockener, heißer. Wie stehen die Kommunen da mit Trinkwasserversorgung, mit Starkregenereignissen und, und, und, und, und. Also Krisenvorbereitung immer ein Thema, jetzt vielleicht noch mehr als vor fünf Jahren. Wir sind froh und stolz, ein neues Heft dazu gemacht zu haben. Ja, ich habe auch schon ein bisschen durchgeblättert und mich auch schon sehr, sehr gefreut. Es gab vor allem eins zu Katastrophenschutz in der Kommune. Und da meine ich, dass ich auch die, es gibt so eine ganz spannende Vereinigung, na, wie heißen sie denn, Krisensichere. Auf jeden Fall ist ja Manuel Honkrase mit dabei. Und den habe ich auf einmal im Heft wieder gefunden. Du meinst die AG Kritis? Ja, genau, die AG Kritis, das sind die hier. Genau, Kritis, was heißt denn eigentlich Kritis? Kritische Infrastruktur, ne? Und die AG Kritis begleitete zum Beispiel den Entstehungs- und Werdungsprozess des Kritis-Dachgesetzes, das wir jetzt haben und das definiert. Was ist denn eigentlich eine kritische Infrastruktur und wie ist sie zu schützen? Und da haben wir einen schönen langen Beitrag dazu, der aufschlüsselt, was steht denn in diesem Gesetz? Was wünschen sich die Kommunen? Was sagen KritikerInnen dieses Gesetzes? Ja, kann man wunderbar da bei uns nachlesen. Kritis, der aktuelle Stand der Dinge. Es ist auf jeden Fall mehr als Kraftwerke und Wasserversorgung. Ja. Und es gibt einfach sehr viele kritische Infrastrukturen und so in so komplexen Gesellschaften, wo auch einfach die Kommunen dafür verantwortlich sind. Genau, genau. Im Fokus steht diese Woche die Hauptsatzung der sächsischen Kommunen. Diese Hauptsatzung der Gemeinde und Geschäftsordnung des Rates sind zwei grundlegende Dokumente einer Kommune. Und zugleich mit so das wichtigste Handwerkszeug aller sächsischen KommunalpolitikerInnen. Ja, und da haben wir jetzt den Teil 1 und zwar die Hauptsatzung. Es gibt bei uns im Haus regelrechte Klassiker. Also Texte, Bildungsangebote, Bildungsveranstaltungen, die wir immer wieder überarbeiten, hegen und pflegen. Und die Klassiker-Texte zu Hauptsatzungs- und Geschäftsordnung sind auf jeden Fall welche. Das schon seit wenigstens 30 Jahren. Also in ihren ersten Fassungen. Und die haben wir immer wieder, also jetzt nicht ich persönlich, sondern auch Kollegen vor mir, immer wieder überarbeitet. Und jetzt ist er wieder da, aktuellen Stand der Gesetzesänderung der letzten Jahre reingenommen. Erklärt Achim Grunke, der mal selbst Geschäftsführer des Vereins des KFS war und jetzt uns auch nach seiner aktiven Zeit noch immer mit Rat und Tat zur Seite steht und professionell begleitet. Er hat da alles reingebaut, was so an den gesetzlichen Änderungen der letzten Jahre so gab. Und jetzt steht es bei uns wieder auf der Homepage. Ganz klassisches Rundlagendokument für die Kommunalpolitik. Was ist eine Hauptsatzung und welche Gestaltungsmöglichkeiten habe ich als Kommunalpolitiker oder Kommunalpolitikerin damit? Ja, wunderbar. Wo finde ich das, wenn ich klicke? Packen wir es einfach in die Shownotes oder auch so grundsätzlich auf der Webseite? Gibt es da so einen Abschnitt dazu? Das findet man zum einen hier in den Shownotes und zum anderen findet man das bei uns auf der Homepage unter Themen, Grundlagenwissen. Und dann gibt es nochmal einen Reiter Handwerkszeug. Und dann kommen wir auch schon direkt zu aktuelles und wissenswertes. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat den Aktionstag Kommunen am Limit ausgerufen. Die kommunalen Spitzenverbände rufen alle Städte, Kreise und Gemeinden in Deutschland am 22. Juni, also nächste Woche, zu einem bundesweiten Aktionstag unter dem Titel Kommunen am Limit auf. Wer uns schon länger zuhört, wer unsere Webseite kennt, wer unsere Zeitschrift kennt, dem wird das Thema jetzt nicht überraschen. Es geht um Haushalt. Es geht darum, dass die Kommunalfinanzen, in drastischen Worten gesprochen, gerade wirklich vom Kollaps stehen. Und das Gefühl ist, so bekomme ich das mit, in den Kommunen, in den Spitzenverbänden, dass trotz aller eindringlichsten Mahnungen und Warnungen es in der Bundespolitik noch immer nicht angekommen ist, wie dramatisch die Lage gerade ist. Deswegen auch der Aufruf des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zusammen mit den anderen kommunalen Spitzenverbänden, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Landkreistag zu sagen, die Kommunen müssen wirklich laut werden, wenn sie gehört werden wollen. Endlich man braucht, aus diesem Klein-Klein rauszukommen. Das sehen wir ja gleich beim nächsten Punkt. Das DIVCO bzw. KfW meldet, das Kommunalpanel hat erste Ergebnisse gegeben. Die Kommunen blicken, wie zu erwarten, weiterhin sehr pessimistisch auf ihre Finanzlage. Also das Sondervermögen vom Bund kann nur begrenzt helfen und so die ganzen bestehenden Herausforderungen können eigentlich damit nicht bewältigt werden. Das Kommunalpanel gibt es schon seit wenigstens 15 Jahren, wenn ich mich jetzt im Kopf richtig entsinne. Und das hat so einen Reihencharakter. Man kann da wunderbar Jahr für Jahr nachverfolgen, wie schätzen die Kommunen ihre Finanzkraft, ihre Haushaltslagen ein. Und jetzt ist es so, vier von fünf Kommunen erwarten eine weitere Verschlechterung ihrer Haushaltslage, nach drei Jahren eigentlich Rezession. Es geht weiter auf Talfahrt. Tatsächlich gibt es Hoffnung in das Sondervermögen. Es zeichnet sich auch ab, dass die Kommunen ihre Investitionstätigkeit im Vergleich zu den Vorjahren anziehen. Gemessen daran, wie hoch mittlerweile die Investitionsstaue sind, hat auch das Sondervermögen nur eine begrenzte Reichweite. Das sollte eigentlich allen klar sein. Eine Atempause, bestimmt, aber keine Lösung. Und deswegen ganz richtig der Hinweis zu mir in der letzten Sendung. Der große Wurf muss sein, irgendwann einmal die Finanzbeziehungen zwischen Bund, Land und Kommune gänzlich neu aufzustellen. Erneuerbare Energien, die sind ja mehr als nur Klimaschutz. Wir hatten das ja schon mal in der Lausitz mit den Solarpanels. Da wird es auch einfach, ja, es ist wichtig für die lokale Wirtschaft. Es ist lokale Wertschöpfung. Und wenn es frühzeitig mitgedacht und konsequent umgesetzt wird, dann bleibt die Wertschöpfung eben auch in der Standortregion. Und mit denen kommen dann natürlich auch neue wirtschaftliche Perspektiven und Investitionen. Ganz spannende Studie vom Berlin-Institut, die sich das eben angeguckt haben an mehreren Kommunen ganz konkret vor Ort mit Interviews, mit Gucken in Strukturdaten und so. Und ich finde ein Zitat eines Bürgermeisters einer Gemeinde, die dort vorkommt, die bringt das so wunderbar auf den Punkt. Und zwar, das ist der Michael Knappe. Der Bürgermeister der Gemeinde Treuenbrizen in Brandenburg, der sagt in dieser Studie, wir waren pleite als Kommune. Was wir hatten und haben, ist halt ganz viel Fläche, wenig Einwohner und relativ viel Wind. Und dann hat man sich frühzeitig eben genommen, wie steht es denn bei uns? Was sind denn unsere Ausgangsmöglichkeiten? Was sind denn unsere Chancen, die wir mitbringen können? Und dann haben die sich rangesetzt und haben jetzt eine Bürgerenergie, können ihre Einwohner und Einwohnerinnen an den Einnahmen beteiligen. Dass dort Infrastruktur gebaut wird, zieht wiederum anderes Gewerbe an, zieht anderes wieder an und so weiter. Also man hat um den Nukleus erneuerbare Energie herum so eine gewisse Gravität aufbauen können, das dann wiederum andere Wirtschaftsakteure anzieht. Und wenn man das halt planvoll macht, wenn man das dann auch konsequent verfolgt über nicht nur eine Legislaturperiode eines Rates, sondern über ein paar Jahre, vielleicht sogar ein, zwei Jahrzehnte, dann zahlt sich das auch irgendwann in barer Münze aus. Was auch super überleitet, wie gut Gemeinden eigentlich verzeugt sind. Das Institut der deutschen Wirtschaft, das IW, hat im Auftrag von der Philip Morris GmbH, was ich auch spannend fand, verglichen, wie knapp 11.000 deutsche Städte und Gemeinden mit der Daseinsvorsorge abschneiden. Ist ganz interessant auch diese Studie, deswegen haben wir sie auch mitgebracht. Die Studie hat einige Ergebnisse, die man vielleicht so erwartet, einige, die man nicht so unbedingt erwartet. Und sie guckt sich halt im Gesamten nämlich an, wie steht es denn um die Daseinsvorsorge in den Städten und Gemeinden und Kreisen Deutschlands. Vorweg, ja, das ist immer noch ein reiches Land, wo die meisten Dinge ganz verlässlich funktionieren. Und sie haben dann eben auch gefragt nach der objektiven und der subjektiven Lage. Objektiv ist es so, dass wir in der Fläche eigentlich gut versorgt sind, aber man sich anschauen muss, wo. So, natürlich, das ist erwartbar, die Städte schneiden besser ab als der möglicherweise dünn besiedelte ländliche Raum. Ostdeutsche Städte schneiden besser ab als westdeutsche Städte, was auch daran liegt. Das hätte ich nicht gedacht. Doch, doch, in den estdeutschen Städten hattest du in den 90ern deine Sanierungsschübe. Die letzten Sanierungsschübe in so manchen westdeutschen alten Revierstädten, so waren so in den 70ern. Ja, klar. Da liegen dann gerne mal 30 Jahre dazwischen, in denen halt Sachen getan wurden oder eben nicht getan wurden. Also, objektiv haben wir eigentlich eine stabile Daseinsvorsorge in Deutschland. Das Spannende daran ist, wie nimmt man das subjektiv wahr? Ermittelt wurde dann zum Beispiel in Interviewstudien, wie nehmen die Menschen ihre Daseinsvorsorge wahr? Also, wie ist der subjektive Eindruck, wie stabil das alles ist? Und da haben sie dann festgestellt, es gibt tatsächlich Korrelationen zwischen, wie ist eine Person politisch eingestellt und wie sieht sie die Lage? Und Menschen, die jetzt rechtspopulistischen Parteien anhängen, sehen die Lage deutlich schlechter als meinetwegen solche, die der Mitte sich zugehörig fühlen oder linken Parteien. Das heißt, man muss Schlussfolgern, dass es Leute gibt, die wollen die Situation einfach schlecht sehen und wollen sie schlecht reden. Was dann natürlich auch Auswirkungen darauf hat, wie man damit umgeht. Wie will man weiter Förderpolitik betreiben? Ich finde das Argument überzeugend zu sagen, es bringt da nichts, noch den zehnten Euro hinterherzuwerfen, nur damit die Leute immer noch sagen, es ist alles Mist und Blöd und Kacke. Sondern dann zu sagen, wir müssen besser kommunizieren, was tatsächlich da ist. Das ist jetzt keine Abrede dazu zu sagen, materielle Zustände zu verbessern. Und natürlich gibt es auch kritikwürdige Zustände in Deutschland. Aber wir müssen auch einfach mal festhalten, dass dieses übergreifende Phänomen von alles schlecht zu reden, alles in Apokalyptik zu messen, den Weltuntergang quasi, das steht schon vor der Tür, morgen ist er da. Ja, das macht ja auch was mit den Menschen, das macht auch was mit einer zivilen Gesellschaft, das macht was mit der lokalen Gesellschaft. Und da finde ich diese Ergebnisse recht spannend zu sagen, wir haben ja objektiv eine stabile, souveräne Lage. Wenn ich den Wasserhahn aufdrehe, kommt sauberes, trinkbares Wasser. Der Bus kommt auch noch tatsächlich, vielleicht nicht so oft, wie ich will, aber er fährt. Und dann dem gegenüberzustellen, dass es Leute gibt, die wollen das einfach, die wollen meckern. Und damit muss man umgehen. Das ist ein kommunikatives Problem, kein materielles Problem. Weiter geht's mit der Kommunenbroschüre und mit dem voranschreiten der Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle. Heute hat das Bundesamt für Sicherheit der nuklearen Entsorgung eine aktualisierte Ausgabe der Informationsbroschüre vor Kommunen veröffentlicht. Ist wirklich interessant zu lesen für Kommunalpolitik, weil dort wird aufgegliedert, wo steht man im Verfahren, was sind die nächsten Schritte und wie können sich Kommunen daran beteiligen. Zum Beispiel an der Austragung sogenannte Regionalkonferenzen, wo das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung eben auch mit Leuten in die Region fährt und erklärt, das ist unser Auftrag, das wollen wir hier, das suchen wir hier. Und ich finde, das hat auch ganz viel mit Akzeptanz zu tun, schon frühzeitig da reinzugehen, zu sagen, das ist etwas, das sich in einem längeren Zeithorizont abzeichnet, ohne überhaupt zu sagen, wo das hinkommt. Und noch ist man ja auf der Suche. Aber allein schon anzufangen, jetzt Öffentlichkeit und Beteiligung herzustellen, um Akzeptanz zu sichern. Deswegen macht das Amt diese Kommunenbroschüre und deswegen würde ich sie auch gerne empfehlen, an die Kommunalpolitik zu sagen, schaut euch das an. Dort findet ihr gesicherte Fakten, wie es um das Verfahren steht, wie es weitergeht und nicht irgendwie Hörnsagen oder Meinung oder dergleichen, was sonst so noch drumherum schwirrt. Ich musste dabei auch kurz lachen, weil ich dachte, es ist so eine so absurde Situation. Man hat so diese ganzen Kraftwerke und auch die Bundespolitik, die sagt, wir wollen jetzt wieder unbedingt Nuklearkraft. Und am Ende sollen sich dann die Kommunen darum kümmern, dass es wieder akzeptiert wird. Also natürlich macht es total Sinn, weil das Problem ist jetzt da, aber so dieses Problem, also das wird ja jetzt irgendwie nicht besser. Ja, das ist auch wieder so ein ganz klassisches Ding, womit es Kommunalpolitik zu tun hat. Irgendwo anders wird jetzt entschieden, aber so eine Endlage, wenn es irgendwo mal stehen soll, steht ja nicht irgendwo anders. Das steht auf der Gemarkung einer Gemeinde. Ja, es ist auf jeden Fall, aus welcher Perspektive auch immer, ein wichtiges Thema, womit man einfach umgehen muss. Wir haben noch das Statistische Landesamt Sachsen und zwar gab es die neunte regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung. Das Dokument habe ich mir dann auch, zumindest einige durchgelesen, war super spannend, denn jetzt in der neunten Ausgabe zeichnet ein Bild diesen krassen beschleunigten demografischen Wandel. Also unschön ausgedrückt, wir werden älter als Kommunen, als Land auch ganz, ganz stark, beziehungsweise eine Kommune nicht. Und bis 2027 werden weniger als vier Millionen Menschen in Sachsen leben, was eine deutliche Abnahme ist. Ja, man könnte sagen, wir werden weniger, wir werden älter und das immer schneller. Und das immer schneller ist mein Zusatz, weil diese Bevölkerungsvorausberechnung, die habe ich jetzt auch schon seit ein paar Jahren immer mal wieder auf dem Schirm. Und man kann das auch wieder schön als Reihe vergleichen. Was sagt die siebte? Was sagt die achte? Was sagt die neunte? Und ja, der demografische Wandel beschleunigt sich sogar. Und das hat dann auch ganz konkrete Auswirkungen auf die Kommunen. Nämlich, wie planen wir eigentlich unsere Infrastruktur? Es gibt ja immer so eine Zeitverzögerung zwischen dem, jetzt sind wir hier und wir möchten gerne etwas bauen. Das ist die Altenheim. Das Altenheim, die Wasserversorgung, die Rohre. Und bis von dem Entschluss, wir wollen das tun, bis es ist in der Erde, vergehen ja gerne mal fünf, sieben, acht Jahre. Das hat ja immer so einen Zeitverzug. Und in der Zeit sind vielleicht schon gar nicht mehr so viele Leute da, die das eigentlich nutzen können. Also das ist wirklich eine große Herausforderung für Planer und Planerinnen. Aber sie ist auch nicht neu. Weil solche krassen Schrumpfungsprozesse hatten wir im Osten schon mal. In den frühen 90ern. Dann auch noch in den 90ern. Und dann lief es irgendwann aus, ist wieder ein bisschen in Vergessenheit geraten. Aber solche Schrumpfungsprozesse, wie man damit umgeht. Solche Erfahrungen gibt es. Und die werden jetzt auch wieder rausgekramt. Und es gibt erste Gemeinden, die dann mit Blick auf ihre eigene demografische Entwicklung sagen, wir fangen an, Infrastruktur zurückzubauen. Weil wenn wir das nicht tun, dann wird sie zu teuer. Die Fixkosten stehen. Ob da 100 oder 1000 Menschen wohnen, ist der Wasserleitung eigentlich erstmal egal. Aber man muss sie ja betreiben. Und dann wird es halt immer teurer, je weniger Menschen da sind. Und die einzige große Gemeinde, die tatsächlich Sachsen noch wachsen wird, ist Leipzig. Und eventuell einige Umlandgemeinden. Aber alle anderen werden verlieren. Und auch hier der Hinweis, das ist super spannend für die Kommunalpolitik da reinzuschauen. Denn man kann auf der Webseite des Statistischen Landesamts diese Bevölkerungsvorausberechnungen gemeindescharf gucken. Komme ich aus Thalheim? Komme ich aus Klingenberg? Komme ich aus Niederbohrpritsch? Man kann da reingucken und sagen, ah, so wird das vielleicht bei mir aussehen. Und also ein wie so kleiner Funfact. Ich war natürlich super begeistert. Habe mir für die Großstädte das mal angeschaut, weil man ja immer hört, ja Chemnitz ist die älteste Stadt Deutschlands, glaube ich. Und habe mal geschaut, okay, von den Städten in Sachsen, wie sieht es denn aus? Stimmt das denn für Sachsen auch? Und ja, total. Also klar, Leipzig macht zwar auch diesen demografischen Wandel durch, aber je nach Berechnung, es gibt auch einige, da nimmt es dann leicht ab, sieht es wirklich gut aus. Und das hat mich total überrascht, weil die Geburtenrate ja lange in Dresden sehr hoch war und Dresden ja als sehr geburtenstarke Stadt galt und trotzdem auch Dresden abnehmen wird. Also es trifft auch die ganz Großen. Ja, also wirklich, es ist, wenn man sich die Karte anguckt, die Rottöne sind absolut in der Überzahl und nach ein bisschen versprenkeltes Grün in und um Leipzig. Ja, also soll man jetzt nach Leipzig ziehen? Ich glaube nicht. Nee, ich bleib hier. Echt, echt? Ich bleibe auch hier. Ich mag Chemnitz. Ja. Weiter geht's mit dem Leitfaden Öffentlichkeitsbeteiligung bei kommunaler Wärmeplanung. Der kommt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung aus der Reihe Kurz und Bündig und fasst das Wichtigste zu den Beteiligungsprozessen bei dem Wärmeplanungsgesetz zusammen in einem kleinen, schönen Heft. Und Wärmeplanung ist ja etwas, was gerade auch wieder aktuell sehr dynamisch ist. Also es werden ja verschiedenste Gesetzesänderungen gerade ventiliert, die abgestimmt sind, im Kabinett schon durch sind. Dann wird der Bundesrat wahrscheinlich seine Zustimmung verweigern und, und, und. Also ganz ehrlich, ich habe gerade manchmal so selbst zu Schwierigkeiten hinterherzukommen, was eigentlich gerade gilt. Aber was halt immer gilt, was ein guter Grundsatz ist, Akzeptanz schaffen. Für solche Großprojekte braucht es Akzeptanz. Und da richtet sich auch dieser Leitfaden dran. Zu sagen, wie können wir denn Beteiligungsmöglichkeiten in diesem Verfahren in der Wärmeplanung nutzen, dass zum Beispiel Klimainitiativen oder Mietervereinigungen ihre Expertise, die sie vor Ort haben, dort einbringen können. Zu sagen, wir wollen hier gemeinschaftlich an einer Lösung für unsere Gemeinde arbeiten, die dann eben auch von möglichst vielen Menschen akzeptiert und dann auch mitgetragen wird. Weil es bringt nichts, etwas zu planen, es den Leuten vorzusetzen und dann wird sich garantiert Widerspruch regen. Nein, das ist, Akzeptanz schaffen heißt, frühzeitig mit Dingen anfangen und sie langfristig bearbeiten. Und wie das funktioniert, in diesem speziellen Kontext der Wärmeplanung, das findet sich in diesem Leitfaden. Und damit sind wir auch schon durch für diesen Monat. Zum Schluss möchten wir nochmal an Überübermorgen denken. Denn gerade räumt man die Silvesterdeko weg und jetzt, zack, ist auch schon Juni. Und es rast halt immer ganz schnell die Zeit, ehe man es sich versieht. Es ist 2029 und die nächsten regulären Gemeinderatsbürgermeister- und Landratswahlen stehen an. Als KfS machen wir uns jetzt schon dran, die Zeit davor so mit den Bildungsangeboten zu beplanen und geeignet Konzepte zu entwickeln. Was natürlich für euch einen großen Vorteil hat, wenn ihr jemanden kennt, der oder die Interesse an einer aktiven Rolle in der Kommunalpolitik hat oder sich eine Kandidatur vorstellen kann, dann verweist gerne auf uns. Wir helfen super gerne bei der Entscheidungsbildung und bei der Wissensvermittlung weiter und haben ja ein engagiertes Team und auch einfach mit, dann haben wir auch einfach ganz starke Ressourcen auf der Webseite. Ich mach das nochmal. Verweist gerne auf uns. Wir helfen gerne bei der Entscheidungsfindung und Wissensvermittlung weiter mit einem engagierten Team und auch ganz viel Literatur und allgemeinen Infos auf unserer Webseite. Ja, damit entlassen wir euch. Sind wir schon wieder am Ende? Wir sind schon wieder am Ende. Und so zum Ende. Ich weiß nicht, ich bin ehrlich gesagt ein bisschen froh, nicht wegen dem Podcast, sondern ich habe eine miese Pollenallergie gegen Gräser. Ja, ach du Armer. Ja, es ist auf jeden Fall eine Experience. Ich habe zwei Allergietabletten genommen, aber ich höre es sehr. In den Kopfhörern und ich denke mir so, oh Gott, oh Gott. Hört es auf. Oh, okay. Und ich habe auch was ganz Spannendes gesehen, wo ich auch daran denken musste, das ist ja eigentlich auch Peak-Kommunalpolitik. Diese Gräser gibt es ja nur, weil massenhaft Wiesen überall sind. Und wenn man da so schöne Blumen hinpflanzen würde, die auch für die Bienen ganz praktisch sind. Hättest du nicht so viele Gräser, ne? Dann hätte ich nicht so viele Gräser. Die Blumen, ähm, die Bienen würden sich über Blumen freuen. Die Blumen auch über Bienen. Ja, und es sieht schöner aus. Ne? Blühstreifen. Blühstreifen, ja. Gibt es manchmal schon, ne? Ich werde mal schauen. Werden mehr tatsächlich im Stadtbild, glaube ich. Komm ja auch vor uns beim Haus. Ganz dringend. Das Gras muss weg. Sofort versiegeln das Zeug. Steingarten. Sofort versiegeln das Zeug.

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